Welche Surfspots liegen zwischen Agadir und Essaouira?
Die Küste zwischen Agadir und Essaouira verläuft grob von Süd nach Nord und liegt offen zum Nordwest-Swell des Atlantiks. Überall dort, wo eine Felszunge ins Meer ragt, wickelt sich die Dünung um das Kap und läuft als langer Rechtshänder in die Bucht dahinter. Deshalb sind fast alle bekannten Breaks der Region Rechts-Pointbreaks – Linkshänder sind hier die Ausnahme.
Dazwischen liegen Sandbuchten mit Beachbreaks. Die brechen kürzer und unregelmäßiger, laufen dafür schon bei kleinem Swell und sind für die ersten Wochen im Wasser die freundlichere Wahl. Allein zwischen Imsouane und Agadir sind es über fünfzehn Spots.
Alle benannten Breaks im Überblick
| Spot | Abschnitt | Level | Untergrund | Bester Swell |
|---|---|---|---|---|
| Anza | direkt nördlich von Agadir | Fortgeschrittene | Sand und Fels | klein bis mittel, NW |
| Banana Beach | Aourir / Tamraght | Anfänger | Sand | klein bis mittel, NW–W |
| Banana Point | Tamraght | Anfänger–Fortgeschrittene | Sand über Fels | mittel, NW |
| Devil’s Rock | Tamraght | Fortgeschrittene | Fels | mittel bis groß, NW |
| Crocodiles | zwischen Tamraght und Taghazout | Fortgeschrittene | Fels | mittel, NW |
| Panorama | südlich von Taghazout | Anfänger–Fortgeschrittene | Sand über Fels | klein bis mittel, NW |
| Hash Point | Ortsrand Taghazout | Fortgeschrittene | Fels | mittel bis groß, NW |
| Anchor Point | nördlich von Taghazout | Fortgeschrittene–Experten | Fels | groß, NW |
| Mysteries | zwischen Anchor und Killer | Fortgeschrittene | Fels / Riff | mittel bis groß, NW |
| Killer Point | nördlich von Taghazout | Fortgeschrittene–Experten | Fels | groß, NW |
| La Source | nördlich von Taghazout | Fortgeschrittene | Fels / Riff | mittel, NW |
| Draculas | nördlich von Taghazout | Experten | flaches Riff | groß, NW |
| Boilers | Richtung Cap Ghir | Fortgeschrittene–Experten | Fels / Riff | groß, NW |
| Desert Point | nördlich von Boilers | Fortgeschrittene–Experten | Fels | groß, NW |
| Tamri | Plage de Tamri | Fortgeschrittene | Sand | fängt auch kleinen Swell |
| Magic Bay | Imsouane, Bucht | alle Level | Sand | mittel bis groß, NW |
| Cathedral Point | Imsouane, Außenseite | Fortgeschrittene | Fels | mittel bis groß, NW–W |
| Tafedna | zwischen Imsouane und Essaouira | Anfänger–Fortgeschrittene | Sand und Fels | groß, NW |
| Cap Sim / Diabat | südlich von Essaouira | Fortgeschrittene | Sand | mittel, NW–W |
| Sidi Kaouki | südlich von Essaouira | Fortgeschrittene | Sand, stellenweise Fels | mittel, NW–W |
| Essaouira Bay | Essaouira | Anfänger | Sand | groß, W–NW |
Die Angaben sind Richtwerte. Jeder Spot verschiebt sich mit Tide, Windrichtung und – an den Sandspots – mit der Sandbank des Tages.
Warum liegen bei Taghazout so viele Spots so eng beieinander?
Auf den ersten Kilometern nördlich von Agadir folgt Kap auf Kap: Banana Point und Devil’s Rock bei Tamraght, dann Panorama, Hash Point und Anchor Point rund um Taghazout, danach Mysteries, Killer Point, La Source und Draculas.
Anchor Point ist der bekannteste davon. Bei ordentlichem Nordwest-Swell läuft die Welle über mehrere hundert Meter am Fels entlang – und wird entsprechend schnell voll. Für Einsteiger sind in diesem Abschnitt vor allem Banana Beach und Panorama interessant. Die Felsspots weiter nördlich sind kraftvoller, der Ein- und Ausstieg über die Steine will geübt sein.
Was läuft zwischen Taghazout und Imsouane?
Nördlich von Taghazout wird die Küste leerer. Boilers und Desert Point brauchen Größe und laufen längst nicht an jedem Tag. Der Strand von Tamri dagegen ist der Swellmagnet der Region: Er fängt praktisch jede Dünung und arbeitet oft noch, wenn die Points flach liegen. Dafür bricht er kraftvoll, die Strömung ist spürbar und der Wind kommt hier häufig früher auf.
Was macht Magic Bay in Imsouane besonders?
Magic Bay ist ein rund 800 Meter langer Rechts-Pointbreak, der über weite Strecken über Sand bricht. Genau das erklärt den Ruf: Die Welle wird allmählich größer statt plötzlich steil, und der Untergrund verzeiht Fehler. Anfänger nehmen hier ihre erste grüne Welle mit, während erfahrene Surfer auf derselben Welle Turn an Turn reihen.
Auf der exponierten Seite der Landzunge liegt Cathedral Point. Der Spot bekommt den Swell ungefiltert, bricht über Fels und ist deutlich kraftvoller – die passende Alternative, wenn die Bucht zu voll oder zu klein ist. Imsouane selbst ist kein Surfresort, sondern ein Fischerdorf mit Hafen, in dem die Boote anlanden.
Welche Spots liegen zwischen Imsouane und Essaouira?
Dieser Abschnitt ist der ruhigste der ganzen Küste. Tafedna liegt in einer geschützten Bucht und braucht kräftigen Swell, damit überhaupt etwas ankommt. Weiter nördlich öffnen sich die langen Sandstrände um Cap Sim und Sidi Kaouki: sehr konstante Beachbreaks, aber fast immer windig, denn die kräftigen Nordwinde, die Essaouira zum Wind- und Kitesurfrevier gemacht haben, treffen auch die Wellenspots. Die Bucht von Essaouira selbst ist stark geschützt und meist klein – solide für die ersten Versuche. Von Imsouane sind es dorthin rund 90 Minuten.
Wann ist welcher Abschnitt am besten?
| Zeitraum | Swell | Wasser | Passt gut zu |
|---|---|---|---|
| September–November | NW-Swell setzt ein und wird beständig | noch sommerlich, sinkt langsam | erste lange Tage an den Points |
| Dezember–Februar | größter und beständigster Swell | etwa 17–20 °C | Anchor Point, Killer Point, Cathedral Point; auch die vollste Zeit |
| März–April | weiter beständig, im Schnitt kleiner | etwa 17–20 °C | lange Sessions in Magic Bay |
| Mai–August | kleinster Swell des Jahres | etwa 20–23 °C | Lernen, Beachbreaks, Tamri |
Ein 3/2-Neoprenanzug deckt den Großteil des Jahres ab, im tiefsten Winter greifen manche zum 4/3.
Wie wählst du an einem Tag den richtigen Spot?
Die Spots verteilen sich über mehr als 150 Kilometer Küste, und der beste Break ist selten der vor der Tür – es ist der, der zu Swellrichtung, Größe, Tide und Wind des Tages passt. Morgens ist es meist am saubersten; ab Mittag baut sich auflandiger Wind auf, dann sind geschützte Buchten wie Imsouane oft die letzte brauchbare Option.
Ohne eigenes Fahrzeug kommst du mit Sammeltaxis zwischen den Orten voran – die günstigste Variante; ein eigens gebuchtes Taxi kostet spürbar mehr, ein Mietwagen am meisten, dafür bist du früh flexibel. Bei Taxis gilt: Preis vor der Abfahrt aushandeln.
Wo du weiterlesen kannst
Wenn du die Küste zum ersten Mal abfährst, hilft jemand, der weiß, welcher Spot heute läuft. Wir sind in Imsouane zu Hause: Surfstunden für den Einstieg oder gezieltes Coaching, Surfwochen mit sieben Nächten im Surfhaus – die Surf Development Week fährt die Spots die Küste hoch mit dem 4x4 ab –, Boards und Neoprenanzüge vom Softtop bis zum Performance-Shortboard sowie Aktivitäten für flache Nachmittage. Alles, was hier nicht pauschal zu beantworten ist, klären wir direkt bei der Anfrage per WhatsApp oder E-Mail.