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Surfvorhersage für Marokko lesen: Swell, Periode, Wind

So liest du eine Surfvorhersage für Marokko: Swellrichtung, Periode, Gezeiten und Wind erklärt, mit Beispielen für Imsouane und Magic Bay.

Von Tafukt Surf Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Eine Surfvorhersage für Marokko liest du in vier Schritten. Zuerst kommt die Swellrichtung: An der Küste um Imsouane kommen die verlässlichsten Swells aus Nordwest. Dann die Periode: Ab etwa 12 bis 13 Sekunden hat der Swell deutlich mehr Energie und läuft sauber um Landzungen herum. Danach der Wind, der morgens meist am schwächsten ist und ab Mittag auflandig auffrischt. Zuletzt die Gezeiten, denn jeder Spot hat sein eigenes Tidenfenster.

Painted houses and blue fishing boats on the beach at Taghazout
Painted houses and blue fishing boats on the beach at Taghazout — Heather Cowper / Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

Welche Werte zeigt eine Surfvorhersage?

Fast jede Vorhersage-App zeigt dieselben Grundgrößen, meist in Schritten von drei Stunden. Erst im Zusammenspiel zeigen sie, ob sich der Weg zum Strand lohnt.

WertEinheitWas er bedeutetWorauf du in Marokko achtest
SwellhöheMeterDurchschnittliche Höhe der Dünung auf offenem MeerAn geschützten Pointbreaks kommt oft weniger an als angezeigt
SwellperiodeSekundenZeit zwischen zwei WellenbergenAb etwa 12 s läuft der Swell sauber um Landzungen
SwellrichtungGrad oder HimmelsrichtungWoher der Swell kommtNordwest (um 315°) ist die klassische Richtung
WindKnoten oder km/h, plus RichtungStärke und Herkunft des WindesMorgens meist schwach, ab Mittag auflandig
GezeitenUhrzeit und MeterWann Hoch- und Niedrigwasser istJeder Spot hat sein eigenes Tidenfenster

Aus welcher Richtung muss der Swell kommen?

Die Pfeile in der Vorhersage zeigen, woher der Swell kommt, nicht wohin er läuft. Eine Angabe von 315° bedeutet also Nordwest.

Für die Atlantikküste Marokkos ist Nordwest die wichtigste Richtung. Die Dünung entsteht bei Tiefdruckgebieten im Nordatlantik und erreicht die Küste zwischen September und April am beständigsten.

Magic Bay in Imsouane ist ein rechter Pointbreak: Der Swell läuft um die Landzunge herum und bricht dann über rund 800 Meter in die Bucht hinein, auf großer Länge über Sand. Weicht die Richtung deutlich ab, kann die Welle in der Bucht kleiner oder unregelmäßiger ausfallen. Cathedral Point auf der offenen Seite der Landzunge bekommt den Swell direkter ab, ist kräftiger und bricht über Fels.

Was verrät die Swellperiode?

Die Periode wird am häufigsten unterschätzt. Sie gibt an, wie viele Sekunden zwischen zwei Wellenbergen liegen, und damit, wie viel Energie im Swell steckt.

  • Unter etwa 9 Sekunden: Windsee aus der Nähe. Kurze, ungeordnete Wellen, die an Pointbreaks schnell an Kraft verlieren.
  • 10 bis 12 Sekunden: Brauchbarer Swell, an vielen Tagen gut für Einsteiger.
  • Ab etwa 13 Sekunden: Grundswell aus großer Entfernung. Die Sets kommen geordnet, mit längeren Pausen dazwischen, und haben deutlich mehr Druck.

Als Faustregel gilt: 1,5 Meter bei 15 Sekunden sind im Wasser erheblich kräftiger als 1,5 Meter bei 8 Sekunden. Eine lange Periode sorgt außerdem dafür, dass der Swell sauber um eine Landzunge herumläuft, und genau das braucht ein Pointbreak.

Wann ist der Wind gut?

Ablandiger Wind weht vom Land aufs Meer und glättet die Wellenfront. Auflandiger Wind weht vom Meer an Land und macht die Oberfläche unruhig. An der marokkanischen Atlantikküste liegt das Land grob im Osten. Wie ein Wind genau wirkt, hängt aber davon ab, wie die jeweilige Bucht ausgerichtet ist.

In Imsouane ist es morgens meist am saubersten, ab Mittag frischt auflandiger Wind auf. Unter etwa 5 Knoten bleibt das Wasser oft glatt, ab etwa 12 bis 15 Knoten auflandig wird es spürbar kabbelig. Schau dir deshalb den Windverlauf Stunde für Stunde an, nicht nur den Tagesdurchschnitt.

Welche Rolle spielen die Gezeiten?

Am Atlantik gibt es in der Regel zwei Hoch- und zwei Niedrigwasser pro Tag, jeweils gut sechs Stunden auseinander. Um Voll- und Neumond ist der Tidenhub größer (Springtide), dazwischen kleiner (Nipptide).

Welche Tide ein Spot bevorzugt, ist sehr unterschiedlich. Manche Riffe werden bei Niedrigwasser zu flach, manche Sandbänke funktionieren erst bei auflaufendem Wasser. Eine allgemeine Regel gibt es nicht, hier hilft vor allem lokales Wissen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Die folgenden Beispiele zeigen typische Wetterlagen, keine echten Tageswerte.

VorhersageWindEinschätzung
1,8 m, 14 s, NW (315°)morgens 3 kn, ab 13 Uhr 15 kn auflandigSehr guter Tag, wenn du früh ins Wasser gehst
2,5 m, 7 s, W (270°)ganztägig 20 kn auflandigViel Höhe, wenig Qualität
0,8 m, 12 s, NW (310°)ganztägig schwachKlein, aber sauber, ideal zum Lernen
3,5 m, 17 s, NW (320°)morgens schwachGroßer Grundswell, nur für Erfahrene

Beispiel 1: Richtung und Periode passen, und morgens ist kaum Wind. Das beste Zeitfenster ist klar der Vormittag, bevor der auflandige Wind einsetzt.

Beispiel 2: Die Höhe sieht verlockend aus, aber 7 Sekunden Periode und starker Wind bedeuten Windsee. Solche Tage wirken in der App groß und enttäuschen im Wasser.

Beispiel 3: Typisch für Mai bis August. Die Wellen sind klein, die Periode aber ordentlich. Magic Bay bricht dann sanft und gleichmäßig, gut für die ersten grünen Wellen.

Beispiel 4: Typisch für Dezember bis Februar. In der Bucht ist es durch die Landzunge oft etwas zahmer, auf der offenen Seite wird es schwer und schnell. Cathedral Point ist an solchen Tagen nur etwas für erfahrene Surfer.

Wie weit im Voraus ist die Vorhersage verlässlich?

Für die nächsten zwei bis drei Tage sind Swellprognosen meist recht zuverlässig, ab etwa fünf Tagen zeigen sie eher einen Trend. Der Wind ist schwerer vorherzusagen als der Swell, weil lokale Effekte an Landzungen hinzukommen.

Für die Reiseplanung ist die Saison deshalb der bessere Anhaltspunkt: September bis April für beständigen Swell, Dezember bis Februar für die größten Wellen, Mai bis August für kleinere, einsteigerfreundliche Bedingungen.

Vom Lesen ins Wasser

Wer das Gelernte am Spot ausprobieren will, findet in unseren Surfkursen einen guten Einstieg. Die Surf Development Week unter unseren Surfwochen hat eigene Einheiten zu Gezeiten, Theorie und dem Lesen des Line-ups. Bretter und Neoprenanzüge gibt es im Verleih, und für windige Nachmittage findest du Ideen bei unseren Aktivitäten.

Fragen & Antworten

Was ist eine gute Swellperiode zum Surfen in Marokko?
Für saubere, geordnete Wellen an marokkanischen Pointbreaks ist eine Periode ab etwa 12 Sekunden gut. Unter etwa 9 Sekunden handelt es sich meist um Windsee mit kurzen, unruhigen Wellen. Perioden ab etwa 13 Sekunden deuten auf Grundswell hin, der deutlich mehr Kraft hat, auch wenn die angezeigte Höhe gleich bleibt.
Warum sind die Wellen in der Bucht kleiner als in der Vorhersage angegeben?
Die Vorhersage zeigt die Swellhöhe auf offenem Meer. An einem Pointbreak wie Magic Bay läuft der Swell erst um die Landzunge herum und verliert dabei oft an Höhe. Deshalb ist es in einer geschützten Bucht häufig kleiner und zahmer als an offenen Spots wie Cathedral Point.
Zu welcher Tageszeit surft man in Imsouane am besten?
Meist am Morgen, weil der Wind dann in der Regel am schwächsten ist und die Wellen am saubersten brechen. Ab Mittag frischt normalerweise auflandiger Wind auf und macht die Wasseroberfläche unruhiger. Ein Blick auf den stündlichen Windverlauf in der Vorhersage zeigt, wie lange das Morgenfenster voraussichtlich offen bleibt.
Aus welcher Richtung sollte der Swell für Imsouane kommen?
Die klassische Richtung für die marokkanische Atlantikküste ist Nordwest, in der Vorhersage also Werte um 315 Grad. Aus dieser Richtung kommen die beständigsten Swells, vor allem zwischen September und April. Weicht die Richtung deutlich ab, kann die Welle in der Bucht kleiner oder unregelmäßiger ausfallen.
Wie weit im Voraus ist eine Surfvorhersage verlässlich?
Für die nächsten zwei bis drei Tage sind Swellprognosen meist recht zuverlässig, ab etwa fünf Tagen zeigen sie eher einen Trend. Der Wind ist schwieriger vorherzusagen als der Swell, weil lokale Effekte an Küste und Landzungen hinzukommen. Für die Reiseplanung ist die Saison deshalb der bessere Anhaltspunkt als eine Langfristprognose.

Was unsere Gäste sagen

Echte Bewertungen von Menschen, die mit uns in Imsouane gesurft sind.

“It was a hell of an experience .... loved it too much .. shout out to the brother Mohammed”
Othmane · Ukraine
“Une expérience incroyable ! Le surf camp est super bien organisé, avec une très bonne ambiance et une équipe vraiment accueillante. Les cours de surf étaient adaptés à mon niveau et les moniteurs étaient patients et professionnels. Le logement était agréable et l’ambiance entre les participants était géniale. Je recommande à 100 % !”
Clara · France

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