Was ist der Unterschied zwischen Duck Dive und Eskimorolle?
Beide Techniken lösen dasselbe Problem: Eine Welle oder eine Weißwasserwalze rollt auf dich zu, und du willst hindurch, ohne meterweit zurückgespült zu werden.
Beim Duck Dive drückst du Brett und Körper unter die Welle und tauchst hinter ihr wieder auf. Bei der Eskimorolle, international Turtle Roll genannt, drehst du dich mit dem Brett auf den Rücken, hängst unter dem Rumpf und lässt die Welle über das Brett laufen.
Welche Technik funktioniert, hängt vor allem vom Volumen deines Bretts ab. Ein Brett mit viel Auftrieb kannst du schlicht nicht tief genug unter Wasser drücken, egal wie gut deine Technik ist.
Welches Brett braucht welche Technik?
| Brett | Typische Länge | Empfohlene Technik | Warum |
|---|---|---|---|
| Shortboard | unter etwa 6,5 Fuß | Duck Dive | Wenig Volumen, das Brett lässt sich ganz unter Wasser drücken |
| Fish / Groveler | etwa 5 bis 6,5 Fuß | Meist Duck Dive | Breiter und voluminöser, ob es taucht, hängt vom Körpergewicht ab |
| Mid-Length / Funboard | etwa 7 bis 8 Fuß | Meist Eskimorolle | Zu viel Auftrieb für einen sauberen Duck Dive |
| Longboard | ab etwa 9 Fuß | Eskimorolle | Lang, schwer und sehr auftriebsstark |
| Softtop | alle Längen | Eskimorolle | Viel Volumen und ein weiches, dickes Deck |
Ob ein Fish noch taucht, hängt davon ab, wie viel Volumen er im Verhältnis zu deinem Gewicht hat: Ein schwerer Surfer drückt mehr Liter unter Wasser als ein leichter. Wenn du unsicher bist, probier an einem kleinen Tag beides aus.
Wie geht der Duck Dive Schritt für Schritt?
- Tempo aufbauen. Paddel zügig auf die Welle zu. Ohne Vorwärtsfahrt kommst du nicht tief genug.
- Nose runterdrücken. Kurz bevor die Welle dich erreicht, greifst du die Rails etwa auf Brusthöhe, streckst die Arme und drückst die Nose unter Wasser.
- Tail nachdrücken. Setz Knie oder Fuß auf das Heck und drück es ebenfalls nach unten, damit das Brett möglichst flach und tief liegt.
- Eng bleiben. Zieh den Oberkörper ans Brett, während die Welle über dich hinwegrollt.
- Auftauchen. Sobald der Zug nachlässt, verlagerst du dein Gewicht nach vorn, richtest die Nose nach oben aus und lässt dich vom Auftrieb nach oben tragen. Danach sofort weiterpaddeln.
Am meisten kommt es auf das Timing an. Tauchst du zu früh ab, kommst du noch vor der Welle wieder hoch. Tauchst du zu spät ab, erwischt dich das Weißwasser auf halbem Weg nach unten.
Wie funktioniert die Eskimorolle richtig?
- Gerade ausrichten. Paddel auf das Weißwasser zu und halte das Brett genau im rechten Winkel zur Welle.
- Rails greifen. Kurz bevor die Welle ankommt, fasst du beide Rails etwa auf Schulterhöhe.
- Umdrehen. Roll dich zur Seite, bis das Brett kopfüber auf dem Wasser liegt und du darunter hängst.
- Festhalten. Zieh das Brett mit angewinkelten Armen fest an dich und neig die Nose leicht nach unten, damit die Welle sie nicht hochhebelt.
- Zurückrollen. Wenn die Welle durch ist, drehst du dich wieder aufs Brett und paddelst sofort weiter.
Steht das Brett schräg zur Welle, packt das Weißwasser die Kante und reißt es dir aus den Händen. Die gerade Ausrichtung ist deshalb wichtiger als Kraft.
Duck Dive und Eskimorolle im direkten Vergleich
| Merkmal | Duck Dive | Eskimorolle |
|---|---|---|
| Geeignetes Brett | wenig Volumen | viel Volumen |
| Wohin geht die Welle? | über dich und das Brett hinweg | über den Rumpf des umgedrehten Bretts |
| Verlust an Strecke | gering, wenn er sauber gelingt | meist etwas größer |
| Wichtigster Faktor | Tempo und Timing | gerade Ausrichtung und fester Griff |
| Typischer Anfängerfehler | Tail wird nicht mit runtergedrückt | Brett steht schräg zur Welle |
| Lernaufwand | höher | geringer |
Wie übe ich beide Techniken am besten?
Fang ohne Wellen an. In ruhigem, flachem Wasser übst du den Ablauf, bis du nicht mehr darüber nachdenken musst. Beim Duck Dive heißt das: Nose runter, Tail nach, Oberkörper eng ans Brett. Bei der Eskimorolle heißt das: greifen, umdrehen, festhalten, zurückrollen.
Danach gehst du in kleines Weißwasser in Ufernähe. Dort lernst du das Timing, ohne dass viel schiefgehen kann. Erst wenn das klappt, nimmst du dir größere Wellen weiter draußen vor.
In Imsouane sind die Wellen von Mai bis August am kleinsten. Diese Monate eignen sich gut, um solche Grundlagen zu festigen. Morgens ist das Wasser meist am saubersten, nach Mittag frischt auflandiger Wind auf und macht das Weißwasser unruhiger.
Welche Fehler passieren am häufigsten?
- Zu wenig Tempo: Ohne Fahrt bleibt das Brett zu weit oben.
- Schräge Brettstellung: Die Welle packt die Kante und dreht dich herum.
- Zu früh loslassen: Bei der Eskimorolle zieht die Welle am Brett. Halt es fest, bis sie ganz durch ist.
- Brett wegwerfen: Ein losgelassenes Brett kann Surfer hinter dir verletzen, auch mit Leash.
Muss ich in Imsouane ständig durch Wellen tauchen?
Magic Bay ist ein langer Rechts-Pointbreak, der auf weiten Teilen über Sand bricht und als ungewöhnlich gutmütig gilt. An Pointbreaks kann man oft neben der Brechungszone hinauspaddeln, deshalb musst du dort meist seltener durch Wellen als an einem offenen Beachbreak. An größeren Tagen, vor allem von Dezember bis Februar, kommst du trotzdem nicht um Weißwasser herum. Cathedral Point auf der offenen Seite der Landzunge bricht kraftvoller und über Fels. Dort solltest du beide Techniken sicher beherrschen.
Weiterlernen
Wenn du Duck Dive oder Eskimorolle mit Coaching üben willst, findest du unsere Gruppen-, Semi-Private- und Privatstunden unter Surfkurse. Längere Trainingsphasen sind in unseren Surfwochen möglich. Passende Bretter vom Softtop bis zum Shortboard gibt es im Verleih. Was du rund ums Surfen in Imsouane unternehmen kannst, steht unter Aktivitäten.