← Alle Artikel

Vergleich

Surfen lernen: Wie lange dauert es wirklich?

Ehrlicher Zeitplan vom ersten Weißwasser bis zur ungebrochenen Welle – und was den Fortschritt wirklich bremst. Aus dem Surfcamp in Imsouane, Marokko.

Von Tafukt Surf Aktualisiert 5 Min. Lesezeit

Die meisten Anfänger stehen nach zwei bis drei Tagen Unterricht im Weißwasser. Bis du eine ungebrochene Welle selbst anpaddelst und seitwärts abreitest, brauchst du meist 20 bis 40 Stunden Wasserzeit, verteilt über mehrere Surfwochen. Eigenständig im Lineup surfen – Strömung lesen, Vorfahrt kennen – dauert oft ein bis drei Jahre. Entscheidend sind Tage am Stück und die Wellenqualität, nicht Talent.

Surfboards stacked in a blue-washed alleyway in Taghazout
Surfboards stacked in a blue-washed alleyway in Taghazout — Chloe Boulos / Unsplash

Wie lange dauert es wirklich, surfen zu lernen?

Es gibt nicht den einen Moment, ab dem man surfen kann, sondern drei Schwellen: im Weißwasser stehen, die erste ungebrochene Welle fahren und allein im Lineup zurechtkommen. Die erste Schwelle erreichen fast alle in wenigen Tagen. Für die zweite braucht es bei den meisten mehrere Surfwochen. Die dritte ist eine Frage von Jahren – oder von mehreren Reisen kurz hintereinander.

Verzerrt wird das Bild durch Videos, die Schritt eins und Schritt drei zeigen, aber nie die zähen Wochen dazwischen.

Vom ersten Weißwasser bis zur grünen Welle: die Stufen

StufeTypische WasserzeitWoran du sie erkennstWas hier meist bremst
Liegend Wellen fahren, erste Aufsteher3–6 Stunden (1–2 Tage)Du kommst hoch, aber wacklig und seltenPosition auf dem Brett, Timing
Weißwasser sicher8–15 Stunden (3–5 Tage)Du stehst kontrolliert und fährst bis zum StrandPaddelkraft, Kondition
Erste ungebrochene Welle, mit Anschubca. 20–40 Stunden (5–15 Surftage)Du erwischst die Welle, bevor sie brichtZögern beim Takeoff
Selbst anpaddeln und seitwärts abreitenca. 50–100 StundenDu wählst die Richtung und fährst die Wand entlangWellenwahl, Positionierung
Eigenständig im Lineupmeist 1–3 Jahre bei unregelmäßigem SurfenDu surfst ohne Aufsicht, liest Strömung und VorfahrtZu wenige Surftage pro Jahr
Erste echte Turnsmehrere JahreDu fährst nicht nur ab, du steuerstBrettwahl, Wellenqualität

Die Spannen sind Richtwerte. Manche brauchen die Hälfte, manche das Doppelte – Alter, Wassererfahrung und Vorbelastung aus Skaten, Snowboarden oder Schwimmen machen den Unterschied.

Was den Fortschritt wirklich bremst

Tage am Stück schlagen Tage im Jahr. Fünf aufeinanderfolgende Surftage bringen mehr als zehn über zwölf Monate verstreute, weil Bewegungsmuster in wenigen Wochen wieder verblassen.

Paddelkraft ist der häufigste Flaschenhals. Wer nach 40 Minuten keine Welle mehr anpaddeln kann, verliert genau die Zeit, in der gelernt wird.

Die Welle selbst entscheidet mit. An einem unruhigen Beachbreak, an dem jede Welle woanders bricht, dauert alles länger. Ein langer Pointbreak bricht in eine Richtung, meist an derselben Stelle, und lässt Zeit für den Takeoff – das ist mehr wert als jede Technikstunde bei schlechten Bedingungen.

Der Kopf bremst öfter als der Körper: Wer beim Takeoff zögert, ist zu spät dran und rutscht die Welle hinunter statt hinein.

Das Brett ebenso. Zu früh zu kurz zu fahren, kostet Monate. Ein großes, volumiges Brett gibt dir Wellen; ein kurzes gibt dir Frust.

Und die Tagesform der Bedingungen: Morgens ist es meist am saubersten, ab Mittag baut häufig der Onshore-Wind auf. Deshalb liegen die produktivsten Lernsessions früh.

Surfstunde, Surfwoche oder nur Material mieten?

OptionRealistischer FortschrittPasst zuPasst nicht zu
Einzelne SurfstundenAufstehen im Weißwasser, erste kontrollierte FahrtenKurzaufenthalt, Ausprobieren, AuffrischenWer nach zwei Tagen ungebrochene Wellen erwartet
Surfwoche (mehrere Surftage in Folge)Weißwasser sicher, oft erste grüne Wellen mit AnschubAnfänger, die einen echten Sprung wollenWer nur ein Wochenende Zeit hat
Zweite oder dritte SurfwocheSelbst anpaddeln, seitwärts abreiten, Wellen lesenWiederkehrer, die aus dem Anfängerstatus herauswollenWer danach zwei Jahre pausiert
Board- und Neoprenmiete ohne UnterrichtGenau so viel, wie du dir selbst erarbeitestWer schon eigenständig im Lineup surftAnfänger ohne Begleitung im Wasser

Bretter und Neoprenanzüge sind in den Surfstunden und den Surfwochen-Paketen enthalten. Miete lohnt sich vor allem als Ergänzung, wenn du zusätzlich zu den Stunden noch einmal selbst ins Wasser willst.

Wann ist die beste Zeit zum Lernen?

ZeitraumSwellWassertemperaturFür Anfänger
Mai–Augustam kleinstenca. 20–23 °Cdie einfachste Lernzeit
September–Novembernimmt zu, wird konstanterum 20 °Cgut, wenn du schon stehst
Dezember–Februaram größten und konstantesten, am vollstenca. 17–20 °Canspruchsvoll für den ersten Kontakt
März–Aprilweiterhin konstant, meist ruhiger als im Hochwinterca. 17–20 °Cgut für Wiedereinsteiger

Ein 3/2-Neoprenanzug deckt den größten Teil des Jahres ab. Kälte kostet vor allem Sessionlänge – und Sessionlänge ist Fortschritt.

Wann Imsouane nicht die richtige Wahl ist

Wenn du in einer Woche vom Nullpunkt zu Turns kommen willst, schafft das keine Surfschule, auch wir nicht.

Wenn dein erster Kontakt mit dem Surfen zwischen Dezember und Februar liegt und du kleine, ruhige Wellen erwartest: Das ist die größte und vollste Zeit des Jahres. Mai bis August ist zum Lernen deutlich angenehmer.

Wenn du hohle Reef-Barrels suchst, bist du hier falsch. Magic Bay ist ein langer, sanfter Rechtshänder über Sand. Cathedral Point auf der exponierten Seite der Landzunge ist kräftiger, bricht aber über Fels und ist nichts zum Lernen.

Und wenn du dich im offenen Wasser grundsätzlich unwohl fühlst oder nicht sicher schwimmst: erst schwimmen, dann surfen.

Wie fange ich an?

Wenn du noch nie auf einem Brett standest, sind einzelne Surfstunden der ehrlichste Test – danach weißt du, ob du dranbleiben willst. Für den ersten echten Sprung ist eine Surfwoche mit mehreren Surftagen in Folge die effizienteste Variante. Wer schon eigenständig surft, nimmt einfach Board und Neoprenanzug und paddelt raus. Und weil der Wind nachmittags oft auffrischt, füllen sich die flachen Stunden gut mit Aktivitäten wie einem marokkanischen Kochkurs, Sandboarding oder einem Ausflug ins Paradise Valley.

Fragen & Antworten

Kann ich in einer Woche surfen lernen?
In einer Woche lernen die meisten, im Weißwasser sicher aufzustehen und kontrolliert bis zum Strand zu fahren. Erste ungebrochene Wellen gelingen manchen schon am Ende der Woche, meist noch mit Anschub durch den Surflehrer. Eine grüne Welle komplett selbst anzupaddeln und seitwärts abzureiten, braucht bei den meisten mehr als eine Woche Wasserzeit.
Wie viele Stunden im Wasser brauche ich bis zur ersten grünen Welle?
Als grober Richtwert gelten 20 bis 40 Stunden im Wasser, also etwa 5 bis 15 Surftage. Wer regelmäßig Sport treibt und mehrere Tage am Stück surft, liegt eher am unteren Ende der Spanne. Wer einmal im Jahr eine Woche surft, braucht deutlich länger, weil zwischen den Reisen viel verloren geht.
Muss ich fit sein oder gut schwimmen können?
Du solltest sicher schwimmen können und dich im offenen Wasser wohlfühlen – das gilt für jede Surfschule. Besondere Fitness ist nicht nötig, aber Ausdauer in Schultern und Rücken ist der häufigste Flaschenhals: Die meisten Anfänger scheitern nach 40 Minuten nicht am Aufstehen, sondern am Paddeln. Wer vorher etwas schwimmt oder rudert, kommt spürbar schneller voran.
Ist Imsouane für absolute Anfänger geeignet?
Ja. Magic Bay ist ein langer Rechts-Pointbreak, der über weite Strecken über Sand bricht, in eine klare Richtung läuft und viel Zeit für den Takeoff lässt – das macht ihn ungewöhnlich fehlerverzeihend. Cathedral Point auf der exponierten Seite der Landzunge ist dagegen kräftiger und bricht über Fels; dort lernt niemand surfen.
Wann sollte ich als Anfänger nach Imsouane kommen?
Von Mai bis August ist der Swell am kleinsten und damit am einfachsten zum Lernen, bei Wassertemperaturen um 20 bis 23 °C. Von September bis April ist der Nordwest-Swell am konstantesten, wobei Dezember bis Februar am größten und am vollsten ist. Unabhängig vom Monat sind die Morgenstunden meist am saubersten, weil der Onshore-Wind oft erst nach Mittag auffrischt.
Brauche ich eigenes Board und Neoprenanzug?
Nein. Bretter und Neoprenanzüge sind in den Surfstunden und in den Surfwochen-Paketen enthalten. Wer zusätzlich zu den Stunden selbst ins Wasser will oder gar keinen Unterricht braucht, kann Material separat mieten. Ein 3/2-Neoprenanzug deckt den größten Teil des Jahres ab, da das Wasser im Winter etwa 17 bis 20 °C und im Sommer etwa 20 bis 23 °C hat.

Was unsere Gäste sagen

Echte Bewertungen von Menschen, die mit uns in Imsouane gesurft sind.

“It was a hell of an experience .... loved it too much .. shout out to the brother Mohammed”
Othmane · Ukraine
“Une expérience incroyable ! Le surf camp est super bien organisé, avec une très bonne ambiance et une équipe vraiment accueillante. Les cours de surf étaient adaptés à mon niveau et les moniteurs étaient patients et professionnels. Le logement était agréable et l’ambiance entre les participants était géniale. Je recommande à 100 % !”
Clara · France

Weiterlesen