Was unterscheidet die drei Reviere überhaupt?
Alle drei leben vom selben Nordatlantik-Swell. Der Unterschied liegt weniger in der Wellengröße als in drei anderen Punkten: wie warm das Wasser ist, worüber die Welle bricht und wie lange man vom Flughafen bis ins Line-up braucht.
Portugals Festland ist von Mitteleuropa aus am schnellsten erreichbar und hat auf kurzer Strecke die größte Spot-Dichte – dafür in der Regel das kälteste Wasser. Die Kanaren laufen im Winter zuverlässig, brechen aber überwiegend über Riff und Lava. Marokko ist das wärmste der drei Ziele, und die langen Sandpoints der Atlantikküste sind das gutmütigste Wellenprofil im Vergleich. Dafür kommt nach der Landung eine längere Fahrt dazu.
Marokko, Portugal und Kanaren im direkten Vergleich
| Kriterium | Marokko (Imsouane) | Portugal (Festland) | Kanaren |
|---|---|---|---|
| Beständigste Swell-Saison | September–April | Herbst und Winter | Oktober–März |
| Beste Zeit zum Lernen | Mai–August | Sommer | Sommer, deutlich kleiner |
| Wasser im Winter | ca. 17–20 °C | meist um 15–17 °C | meist um 19–20 °C |
| Wasser im Sommer | ca. 20–23 °C | meist um 17–20 °C | meist um 22–23 °C |
| Übliches Neopren | 3/2 fast ganzjährig | 4/3 im Winter | 3/2, im Sommer oft dünner |
| Flugzeit ab D/A/CH | rund 4 Std. nach Agadir | rund 3 Std. | rund 4,5–5 Std. |
| Fahrt ab Flughafen | ca. 2 Std. ab Agadir (AGA) | meist unter 1 Std. | meist unter 1 Std. |
| Untergrund | Sand (Magic Bay), Fels am Cathedral Point | Sand, teils Riff | überwiegend Riff und Lava |
| Anfängertauglichkeit | sehr hoch | hoch, je nach Spot | eingeschränkt |
| Wind | morgens meist am saubersten, ab Mittag auflandig | oft nachmittags auflandig | Passat, spotabhängig |
| Relative Kosten vor Ort | am niedrigsten | moderat | am höchsten |
Die Angaben zu Imsouane sind unsere eigenen. Die Werte für Portugal und die Kanaren sind Richtwerte und schwanken je nach Region, Jahreszeit und Abflughafen.
Wann sollte ich wohin?
Wer Größe und Konstanz sucht, reist zwischen Dezember und Februar. Das ist in Imsouane die größte und gleichzeitig vollste Zeit, auf den Kanaren die verlässlichste und in Portugal die kälteste.
Wer gerade erst anfängt, fährt besser im Sommerhalbjahr. Bei uns sind die Wellen von Mai bis August am kleinsten und damit am freundlichsten; in Portugal ist der Sommer die Zeit, in der das Wasser für die meisten ohne dicken Anzug angenehm ist. Zwischen September und April ist der Nordwest-Swell in Marokko am beständigsten – wer nur eine Woche Zeit hat und sicher Wellen sehen will, hat in diesem Fenster die besten Karten.
Wie lange dauert die Anreise wirklich?
Die reine Flugzeit sagt wenig aus; entscheidend ist die Zeit von Tür zu Tür.
Portugal gewinnt hier fast immer: viele Direktverbindungen nach Lissabon, Porto und Faro, von dort meist unter einer Stunde bis an die Küste. Auf die Kanaren dauert der Flug länger, der Transfer ist dafür kurz. Nach Imsouane kommt man über Agadir Al Massira (AGA), ab dem Flughafen sind es rund zwei Stunden Fahrt nach Norden; über Marrakesch etwa vier Stunden. Den Transfer organisieren wir – Gäste schicken uns bei der Buchung ihre Flugdaten.
Für ein verlängertes Wochenende ist das ehrlich gesagt viel Fahrt. Marokko lohnt sich, wenn man mindestens eine Woche bleibt.
Was kostet mehr, was weniger?
Konkrete Beträge nennen wir bewusst nicht: Flüge, Fahrten und Nebenkosten schwanken zu stark, und eine falsche Zahl ist ärgerlicher als gar keine. Die Reihenfolge ist aber ziemlich stabil.
- Vor Ort ist Marokko in der Regel das günstigste der drei Ziele.
- Die Kanaren sind vor Ort am teuersten, besonders in den Winterferien.
- Portugal liegt dazwischen, mit deutlichem Abstand zwischen Hochsommer und Nebensaison.
- Den größten Einfluss auf den Preis haben Reisezeit, Gepäck – vor allem das Boardbag – und die Uhrzeit des Fluges.
Zwei praktische Punkte: Bei Taxis in Marokko lohnt es sich, den Fahrpreis vor der Abfahrt zu vereinbaren. Und Boards sowie Neoprenanzüge sind bei uns in Kursen und Surfwochen enthalten, das spart das Sperrgepäck komplett.
Wann sind wir nicht die richtige Wahl?
Wenn du nur drei oder vier Tage Zeit hast, ist Portugal die vernünftigere Entscheidung – die Anreise steht sonst in keinem Verhältnis. Wenn du steile Riffwellen und viel Kraft suchst, bist du im Winter auf den Kanaren besser aufgehoben als an einem Sandpoint. Und wer Städtetrip, große Restaurantauswahl oder Nachtleben erwartet, sollte wissen: Imsouane ist ein arbeitendes Fischerdorf mit einem Hafen, in dem die Boote anlanden.
Auch unser Format passt nicht zu jedem. Wir sind ein Familienbetrieb – zwei surfende Brüder, Mhend und Mohamed, und ihre Mutter Aïcha – und öffnen eher unser Zuhause, als ein Hotel zu führen. Gegessen wird gemeinsam auf der Dachterrasse. Wer maximale Anonymität will, ist in einer größeren Anlage glücklicher.
Wer sollte wohin?
| Du willst … | Passt am besten |
|---|---|
| zum ersten Mal aufstehen, in warmem Wasser | Marokko (Imsouane) |
| ein langes Wochenende surfen | Portugal |
| konstante Wintersessions über Riff | Kanaren |
| eine lange, laufende Rechtswelle über Sand | Marokko (Magic Bay) |
| viele verschiedene Spots auf kurzer Strecke | Portugal |
| Sonne im Januar | Kanaren oder Marokko |
Wenn Marokko für dich passt: Unsere Surfwochen laufen über sieben Nächte, von der Surf Camp Week über die Surf & Yoga Week bis zur Surf Development Week für Fortgeschrittene. Einzelne Einheiten – Gruppe, Semi-Privat, Privat oder Kids ab sechs Jahren – findest du unter Surfkurse. Wer eigenes Material lieber zu Hause lässt, schaut in den Verleih, und für die flachen Tage gibt es Aktivitäten wie marokkanisches Kochen, Sandboarding oder Paradise Valley. Alles, was hier nicht steht, bestätigen wir direkt bei der Anfrage.